Interview

zur aktuellen Schmuckkultur

 

Herr Meinck, zu Anfang die provokante Frage: Braucht man überhaupt Schmuck?

MM: Schon seit den frühen Tagen des Homo sapiens existiert das Bedürfnis, den Körper zu verzieren und zu schmücken. Aber auch in nachfolgenden Jahrtausenden kam das Schmücken nie aus der Mode – bis heute!

Schmuck ist also ein menschliches Grundbedürfnis!

Was heißt das für heute?

MM: Schmuck ist Bestandteil der Kultur Geschichte und wird seiner Funktion als Grundbedürfnis der Menschen nur dann glaubwürdig gerecht wenn er gut gestaltet ist und der positiven Veränderung einer Persönlichkeit

Gibt es denn Schmuck der nicht zur positiven Veränderung der Person dient?

MM: Leider, denn austauschbare Massenware mit großem Werbeaufwand promotet, oder nur der große Name zählt, – führt manchmal dazu, dass Menschen Schmuck tragen der nicht zu Ihnen passt. Oft nehme ich dabei sehr aufwendig gemachte Stücke wahr und denke mir: Schade dass die Dame oder der Herr nicht richtig beraten wurden oder vielleicht kein ausgebildeter Goldschmied oder Designer mit einbezogen war.

Was kann ich als Kunde da machen?

MM: Hier sehe ich unsere spannende und immer wieder neue, individuelle Aufgabe. Während meiner Ausbildung habe ich auch in vielen anderen Disziplinen des Design gearbeitet. Was mich aber immer wieder zum Schmuck zurückgebracht hat ist der enge Bezug zum Menschen. In einer Beratung erarbeiten wir mit der Kundin ganz individuell was zu Ihr passt, probieren Schmuck, verwerfen eine Idee wieder und es kristallisiert sich Schritt für Schritt heraus was die Person möchte, was mit Haut-, Augen-, Haarfarbe und dem ganzen Typ Mensch harmoniert. Wichtig, dass man sich mit dem Schmuck später absolut wohl fühlt und ihn gerne mit Freude trägt.

Und jetzt kommt ein ganz anderer Mensch in unser Atelier und alles was wir vorher herausgearbeitet haben trifft nicht mehr zu. Das ist das Spannende und immer wieder Neue, Überraschende an unserem tollen Beruf.

Welche Leistungen gehören außer der kompetenten Beratung noch dazu?

MM: Zum einen unsere eigene Goldschmiedewerkstatt mit der wir das gesamte Spektrum der Anfertigungen, eigene Schmuckkollektionen, Umarbeitungen, Skizzen, Entwürfe, 3 D Modelle in hochwertiger Handarbeit abdecken. Ausgewiesener Spezialist in besonderen Perlen von renommierten Züchter aus der ganzen Welt und austauschbaren Patentverschlüssen. Große Kompetenz im Thema Diamanten und die Zusammenarbeit mit den weltweit führenden Marken, Manufakturen und Designern. Neuste Entwicklungen von Messen und internationale Schmuckkontakte. Auf all dies Kernkompetenzen können wir bei der Stilberatung für ein perfektes Schmuckstück für Sie zurückgreifen.

Das klingt nach viel Engagement?

MM: All das kann man nur leisten mit einer fundierten Goldschmiede- und Design- Ausbildung aber vor allem mit absoluter Liebe zum Beruf . Schmuck ist unser Lebensinhalt, Berufung, an der auch die ganze Familie und alle Mitstreiter, unser Goldschmiede und Designerteam mitarbeiten, unabhängig von Arbeitszeit und Feiertag. Ein wenig positive Verrücktheit gehört dazu, sonst könnte man diesen kreativen Beruf nicht machen.

Apropos es heißt doch immer guter Schmuck ist teuer?

MM: Das Gegenteil ist der Fall. Wenn ich manchmal sehe was in Massen gefertigter Schmuck oder wegen einem speziellen Namen kostet, erschrecke ich. Zumal modischerem Schmuck dabei manchmal nicht mal mehr zu reparieren oder verändern geht.  Da ist ein authentisch gefertigter Schmuck eigentlich günstig wenn man im Vergleich sieht wie viel Arbeit und Ideen darin stecken und das für ein Leben lang.

Ärgert es Sie wenn das nicht gewürdigt wird?

MM: Klares nein. Denn es ist ja unsere Aufgabe Menschen an gute Schmuckgestaltung, an Schmuckkultur heranzuführen und ich kann nicht erwarten dass sich jeder bereits damit auseinandergesetzt hat oder darüber Bescheid weiß. Wir als Schmuckdesigner müssen für guten, authentischen Schmuck begeistern, ein wenig Offenheit vom Gegenüber muss dafür natürlich da sein.

Das einzige was mich manchmal ärgert ist wenn unsere Arbeiten nachgemacht werden, von Leuten die selbst keine Ideen haben oder sich mit Kunst und Design schmücken ohne entsprechende Ausbildung oder Wissen. Zum Glück kann ich mittlerweile kopiert zu werden als Kompliment für uns sehen. Karl Valentin hat mal dazu gesagt: Kunst kommt ja Können, wenn es von Wollen käme hieß es ja Wunst,

Ein Gedanke zum Schluss?

Wir lieben guten Schmuck

und unsere Kunden auch!